Kräuterpflanzen

So ernten Sie Kräuter auf Ihrer Fensterbank

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Auch auf der Fensterbank kann man jede Menge Kräuter ernten. Nicht alle Arten, die im Beet und Balkonkasten gelingen, gehören zu den ganzjährigen Zimmerkulturen. Doch mit der richtigen Kollektion ist die Sortenfülle verblüffend vielfältig.

Frische Kräuter sind das i-Tüpfelchen für jede Mahlzeit – egal, ob deftig oder süß. Viele Garten- und Balkonbesitzer ziehen ihre Kräuter gern selbst an. So weiß man genau, was drinsteckt, und schont dazu noch das Portemonnaie. Doch nicht jedem steht diese Chance offen.

Stellen Sie sicher, dass Sie eine sonnige Fensterbank haben, auf der Ihre Kräuter überleben. Ein Süd- oder Südwestfenster wäre perfekt, wenn es mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag bekommt und keine Zugluft aufweist. Wenn Sie kein zuverlässig sonniges Fenster haben, müssen Sie eine Pflanzenbeleuchtung bereitstellen. Denn ohne genug Sonnenlicht, erhalten Sie spindelförmige, gestresste Pflanzen mit wenig Geschmack.

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Bleibt noch, das frische Grün auf der Fensterbank anzupflanzen. Das Erlebnis, dass in der Gemüseabteilung gekaufte Töpfe mit Basilikum, Schnittlauch usw. nicht sehr lange halten, hat bestimmt schon jeder gemacht.

Das liegt nicht unbedingt am fehlenden grünen Daumen. Solche Supermarktkräuter werden unter Optimalbedingungen angezogen, doch ab dem Transport, später im Verkauf und dann zu Hause ändern sich ihre Lebensbedingungen komplett. Das stresst und entkräftet sie so sehr, dass die Pflanzen meist nach ein bis zwei Wochen eingehen.

Deshalb sollte man sie möglichst rasch verbrauchen – denn was bringt es, sparsam zu ernten und sie am Ende kaum genutzt wegzuwerfen? Wer seine Kräutertöpfe das ganze Jahr über ernten möchte, sollte die Pflanzen im Gartenfachhandel kaufen. Diese sind nicht zum kurzfristigen Verbrauch, sondern zum Auspflanzen ins Beet oder in den Balkonkasten vorgesehen.

Verständlicherweise eignen sich nicht alle diese Kräuter auch für die ganzjährige Kultur auf der Fensterbank. Empfehlenswert sind Arten, die mit wenig Licht, Wärme und stehender Luft zurechtkommen. So ist es für Schnittlauch, Petersilie und Thymian im Zimmer meist viel zu warm. Wie wäre es stattdessen mit Koriander? Zugegeben, den sehr speziellen Geschmack der „asiatischen Petersilie“ muss man mögen.

Auch der Zimmerknoblauch (Tulbaghia violacea) lässt sich gut auf dem Fensterbrett halten. Sie können die klein geschnittenen Blätter des immergrünen Amaryllisgewächses wie Schnittlauch verwenden. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der Jamaica-Thymian (Coleus amboinicus). Seine großen, sukkulenten Blätter schmecken mild nach Thymian. Gern angepflanzt und damit ein Klassiker für die Fensterbrettkultur ist das Basilikum (Ocimum).

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African Blue Basil

Doch statt wie immer zum Genoveser Basilikum zu greifen, welches sich für eine längere Kultur nicht besonders gut eignet, probieren Sie sich lieber an einer der vielen anderen Sorten wie der robusten und sogar mehrjährigen ‘African Blue’ oder dem Zimtbasilikum, das mit süßem, starkem Zimtaroma punktet. Und ‘Rotes Krauses’ schmückt sich mit großen, dunkelroten, krausen Blättern.

Es soll das beste Aroma unter allen rotblättrigen Sorten haben. Die Liste ließe sich noch lange fortführen – stöbern Sie sich doch einfach mal durch die Zimmerkräutersortimente der Kräutergärtnereien. Um die Kräuter dann auch über den Winter zu bringen, braucht es etwas mehr Aufwand. Zum einen macht den Pflanzen die trockene Heizungsluft zu schaffen, zum anderen stimmt das Verhältnis von Wärme und Licht nicht.

Bei geringer Lichtstärke und hoher Zimmertemperatur (um die 20 °C) bekommen die Pflanzen weiche, lange Triebe mit hellen, kleinen oder keinen Blättern. Räumen Sie die Kräuter weg von der Fensterbank, unter der die Heizung bollert, an ein Fenster in einem hellen, um die 10 bis 15 °C kühlen Zimmer. Hilfreich sind außerdem spezielle Pflanzenleuchten. Ansonsten können Sie sich auch an Microgreens, Regrowing oder regelmäßige Neuaussaaten (siehe rechts) versuchen. Und auch die eingangs erwähnten „Verbrauchskräuter“ sind eine gute Alternative.

Schritte zum erfolgreichen Anbau eines Fensterbank-Kräutergartens

  • Wählen Sie eine sonnige Fensterbank, die mindestens 6 Stunden Sonne hat. Wenn Sie nicht genug Sonnenschein haben, erhalten Sie spindelförmige, gestresste Pflanzen mit wenig Geschmack.
  • Wählen Sie Ihre Behälter aus und achten Sie dabei auf ausreichend Drainagelöcher.
  • Verwenden Sie eine Untertasse, um eine Markierung Ihrer Schwelle zu vermeiden.
  • Beginnen Sie, indem Sie eine Schicht Blumenerde in den Boden geben.
  • Entfernen Sie die Kräuterpflanze vorsichtig aus ihrem ursprünglichen Topf und lösen Sie die Wurzeln.
  • Mit einer Blumenerde abschließen und sanft um die Pflanze herum festigen, so dass Platz zum Gießen bleibt.
  • Sofort gießen.

Sommers wie winters frisches Grün von der Fensterbank

  1. Regrowing nennt sich der Trend, aus Gemüseabfällen neue Pflanzen zu ziehen. Das klappt mit Frühlingszwiebeln sehr gut. Dazu die Wurzelstücke im Wasserglas bewurzeln lassen, dann in Anzuchterde umsetzen. Bald treiben die Wurzelstücke weiter aus und können schon nach wenigen Wochen geerntet werden.
  2. Zurzeit ebenso angesagt sind Microgreens: Man sät ausgesuchte Blattkräuter und Gemüsesorten dicht an dicht in flachen Gefäßen aus. Geerntet wird, wenn sich die Keimblätter und ersten Blättchen entwickelt haben. Hier sprießt Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum).
  3. Basilikum aus Samen anzuziehen ist nicht einfach, gelingt aber über der Heizung am Küchenfenster gut. Als Lichtkeimer die Samen nicht mit Erde bedecken. Eine Haube aus Frischhaltefolie schützt sie vorm Austrocknen.
  4. Minzestecklinge, in Wasser gestellt, bilden schnell Wurzeln aus und wachsen auch recht gut weiter. Im Winter kann man sich so eine Weile versorgen. Dabei nicht vergessen, das Wasser regelmäßig zu wechseln.